Digitalisierung umgesetzt bei Lenze
25/11/21

Fünf digitale Stellhebel für wirklich smarte Prozesse

Autor: Birgit Hagelschuer Lesezeit: Minute Minuten

Retrofitting oder Neubau? Architektenhaus oder Lösung von der Stange? Hauptsache agil, intelligent und zukunftsfähig - das entschieden die Experten bei Lenze im Kontext "Go Digital".

Mehr als 30 kluge Köpfe arbeiten seit Jahren intensiv an der Digitalisierung der Prozesse und Produkte bei Lenze. Die Taskforce des Automatisierungsunternehmens aus Niedersachsen erhielt bei Auslegung und Realisierung der neuen Lebensadern fürs operative Geschäft Support von Eplan und German Edge Cloud. Fünf digitale Stellhebel machen die Lösung bei Lenze derart smart, dass sie heute schon signifikante Vorteile für Kunden, Partner und Anbieter generiert.

1. Intelligenter Produktkonfigurator

Frontend-Optimierung lautete das Ziel; realisiert wurde ein zukunftsfähiger, digitaler Workflow von Konfiguration und Bestellung bis Engineering, Fertigung und Betrieb der Lenze-Produkte, konkret Antriebs- und Automatisierungstechnik (IoT Gateways, Steuerungen, Umrichter, Getriebe, Motoren). Der eingesetzte Produktkonfigurator heißt EASY Product Finder (EPF) und ist ein Online-Tool zur Suche, Konfiguration, Angebotsanfrage und Bestellung von Lenze-Produkten. Der EPF ´lebt´ von ausgesuchten Informationseinheiten mit hinterlegten Regelwerken, was eine theoretisch unendliche Variantenvielfalt erlaubt, ohne immer aufs Neue Datensätze erarbeiten und pflegen zu müssen. Sofern existente Lenze-Produkte nicht digitalisierungsfähig waren, wurden sie neu entwickelt.

Easy Product FinderProduktsuche und Download des variantengerechten Eplan Makros mit dem Lenze EASY Product Finder. (Bilder: Lenze)

2. Digitale Interaktion

Der EASY Product Finder bietet die Möglichkeit, einen kompletten Eplan Datensatz für jede Gerätevariante per Knopfdruck zu erzeugen und herunterzuladen (inkl. Eplan Pro Panel). So können Kunden schon vor Erhalt des realen Lenze-Produktes weiter in Eplan konstruieren und erhalten notwendige Digitalinformationen für ihre eigene Konstruktion und Fertigung frei Haus (Stromlaufpläne, Fluiddokumentation, 3D-Schaltschrankaufbauten, Stücklisten und weitere Dokumente für die Fertigungsdokumentation via Eplan Engineering Configuration - EEC).

EPLAN_LenzeDurch die direkte Anbindung des Lenze-Produktkonfigurators an die neue Eplan Plattform findet der Kunde sehr schnell sein gewünschtes Produkt.

3. Cloud-Services

Den Betrieb des EASY Product Finders und weiterer Software (u. a. Eplan Electric P8, Pro Panel, EEC, Job Server, Lizenzmanager) hat Lenze in die Cloud ausgelagert. Die Lösung ersetzt serverbasierte On-Premise-Lösungen mit begrenzten Speicher- und Rechenlösungen. In der Cloud bereitgestellt und bewirtschaftet wird der Konfigurator von der German Edge Cloud, Schwestergesellschaft von Eplan, beides Unternehmen der Friedhelm Loh Group. Weitgehend unabhängig gemacht hat sich Lenze nicht nur von limitierter Hardware – konzeptionell ist es jetzt auch möglich, verschiedene Zielsysteme mit Informationen zu füttern, ohne dabei auf proprietäre Plattform-Lösungen einzelner Software-Anbieter angewiesen zu sein.

4. Konnektivität

Scheiterten Unternehmensprozesse und -informationen früher securitybedingt an der eigenen Firewall, vernetzt sich Lenze jetzt mit dem Rest der Welt. Ein gutes Beispiel ist das "Cloud Hopping" vom Eplan Data Portal (Web-Portal für Gerätedaten) in die Cloud des Easy Product Finders. Stichwort gut verbunden: Lenze-intern profitieren Arbeitsvorbereitung, Materialwirtschaft und Produktion erheblich von den Automatismen des Easy Product Finders. Denn mit der Konfiguration und Bestellung durch den Kunden im Easy Product Finder werden über eine Schnittstelle zu SAP automatisch Stücklisten und Arbeitspläne generiert.

5. IT als Know-how-Tresor

Lenze sichert mit der umfassenden Digitalisierung von Unternehmens-Know-how nachhaltig ab. Nachhaltigkeit ist in diesem Kontext als personell und intertemporal zu begreifen. Denn die IT-gestützte Single Source of Truth bei Lenze verwaltet Prozess- und Produktwissen, das früher hauptsächlich beim Menschen zu verorten war. Das Prinzip des outgesourcten Unternehmens-Know-hows greift in Gegenwart und Zukunft. Die Lösung bei Lenze ist darüber hinaus so intelligent automatisiert, dass sich klassische manuelle Tätigkeiten auf dem Weg in die Produktion erübrigen oder – wie die immer wiederkehrende Eingabe von Stammdaten – ganz entfallen.

Lust auf mehr Infos? Die Zeitschrift Open Automation hat in ihrer Ausgabe 6/21 den Anwenderbericht abgedruckt - hier gibts die Hintergründe.

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