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6/06/19

Blick durch die Technik-Brille auf den digitalen Zwilling

Autor: Annika Pellmann

Zukunftsweisende Technologie oder Spielerei? Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) finden immer häufiger auch Verwendung in Industrie 4.0. Die s4e-Redaktion hat zwei Beispiele unter die Lupe genommen.

Zu Hause sind VR und AR längst bei vielen Nutzern angekommen – sei es für lebensechte Gruselmomente per Brille und Videospielkonsole oder die Jagd nach Taschenmonstern mit Blick durch die Smartphone-Kamera. Doch auch in der Industrie gibt es immer mehr spannende Anwendungsbeispiele.

Virtual Reality: Damit der Funke mit dem digitalen Zwilling überspringt

Wer komplexe Maschinen und die darin ablaufenden Prozesse verstehen will, muss sich mit komplizierten Beschreibungen und Skizzen auseinandersetzen oder aber mit simplen Animationsfilmen begnügen. Das galt bislang auch für das Innenleben und die Funktionsweise hochmoderner Industrieöfen.

Nicht so beim österreichischen Unternehmen RHI Magnesita: Der weltweit führende Feuerfestkonzern nutzt für die Präsentation seiner Produkte die vielfältigen Möglichkeiten von Virtual Reality. Kunden und Interessenten können nun einen virtuellen Rundgang durch einen Konverter wie durch ein Museum machen und dabei detailliert alle Arbeitsschritte verfolgen: vom Aufbau und den verwendeten Materialien über die Arbeitsweise und die chemischen Reaktionen der eingesetzten Produkte bis hin zum Resultat.

All das wird maßstabsgetreu und in Echtzeit virtuell dargestellt – so als wäre man live dabei. Möglich macht dies eine eigens entwickelte VR-Applikation von Cideon in Verbindung mit der entsprechenden Hardware. Auch die 3D-Modellierung, Animation und Visualisierung des Konverters mittels der Software Autodesk 3ds Max stammt aus der Feder der Cideon Niederlassung in Linz, Österreich.

Augmented Reality: Engineering zum Anfassen

Ein beliebtes Szenario, das Eplan unter anderem auf der Hannover Messe 2019 und am Campus der RWTH Aachen vorstellt, ist ein Service and Maintenance Showcase. Anhand einer Sortieranlage wird der Ausfall eines Motors simuliert. Der Clou dabei: Die notwendigen Informationen werden unter Verwendung von AR direkt dort bereitgestellt, wo sie benötigt werden – zum Beispiel für den Servicetechniker, der die Maschine instandhalten soll.

Per Tablet kann der digitale Zwilling der Maschine und auch des Schaltschrankes aufgerufen werden. Der Techniker wird automatisch über Störungen informiert und sieht auch, wo genau das Problem liegt. In diesem Fall ist im Rollfeld ein Motor ausgefallen. In der Tablet-Ansicht werden der virtuelle Motor und mit einem Fingertipp auch die entsprechende Stelle im Schaltplan angezeigt. Im digitalen Abbild des Schaltschrankes ist auf den ersten Blick erkennbar, welche der vielen Komponenten ausgetauscht werden muss – und welche Ersatzteile dazu passen. Über die Cloud erfährt auch das Planungsbüro von den Änderungen des Servicetechnikers und kann den Schaltplan entsprechend aktualisieren.

Der digitale Zwilling des Schaltschrankes wird mit Eplan Pro Panel erstellt. Mit Eplan eVIEW können Änderungen, die Servicetechniker vornehmen, direkt im Schaltplan vermerkt, im Planungsbüro überprüft und aktuell gehalten werden. Passende Ersatzteile werden im Eplan Data Portal ausgewählt und in den Schaltplan integriert.

Details zur technischen Umsetzung erfahren Sie ebenfalls im Blog.

Per Augmented Reality wird der digitale Zwilling sichbar.Per Tablet kann der digitale Zwilling der Maschine und auch des Schaltschrankes aufgerufen werden.

 

Am Puls der Zeit

 Weitere aktuelle Trend-Themen finden Sie in der neuen Ausgabe der s4e.

Die s4e ist ein Magazin rund um Enfgineering-Software und Trends in Industrie 4.0.Download s4e 1/19

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